Fachstelle
Kinderschutz

Die Sorge um das Wohlergehen von Kindern, ihre Rechte und insbesondere ihr Schutz werden in den letzten Jahrzehnten nicht mehr ausschließlich als elterliche Verantwortung, sondern zunehmend als gesellschaftlicher Auftrag verstanden.

Zur Unterstützung des Vorarlberger Kinderschutzsystems erteilte die Landesregierung 2012 den Auftrag zur Einrichtung eines Kompetenzzentrums für Kinderschutzfragen in Vorarlberg. Nach der Umstrukturierung 2015 sind dessen Aufgaben nun der Fachstelle Kinderschutz im Amt der Landesregierung zugeordnet.

Im Wesentlichen sind dies die Stärkung der Kooperation und Beteiligung, die Förderung von Forschung und Qualitätssicherung, der Ausbau der Fort- und Weiterbildung sowie die Sicherung der Öffentlichkeitsarbeit und des Informationsmanagements im Kinderschutznetzwerk.

Zum Kinderschutznetzwerk zählen wir zunächst alle Organisationen, die Eltern und Familien bei der Erziehung und Bildung ihrer Kinder im Vorfeld und in Krisensituationen unterstützen, so z.B. Einrichtungen zur Elternbildung, Kinderbetreuungseinrichtungen, Kindergärten, Schulen sowie offene und verbandliche Kinder- und Jugendeinrichtungen. Daneben die Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens, der Justiz und der Exekutive. Und selbstverständlich alle Einrichtungen der öffentlichen und privaten Kinder- und Jugendhilfe mit ihren professionellen ambulanten und stationären Dienstleistungen.

Wir folgen damit dem Verständnis eines breit angelegten, sozialräumlich und in den verschiedensten gesellschaftlichen Institutionen verankerten Kinderschutzes, der die Beteiligung der Kinder, Jugendlichen und ihrer Eltern so selbstverständlich voraussetzt wie die Bereitschaft und Fähigkeit der Dienste zur Zusammenarbeit im Einzelfall. Kinderschutz beginnt jedoch nicht erst beim Sichtbarwerden einer konkreten Gefährdung, sondern findet seine präventive Ausrichtung in der Förderung gesunder Lebensräume und der gezielten Bekämpfung von bekannten Entwicklungsrisiken.

Die Aufgaben der Fachstelle im Detail:

1. Die Stärkung der Kooperation und
Beteiligung im Kinderschutznetzwerk
  • Bildung von dauerhaften Kooperationsstrukturen zur Umsetzung des Schutzauftrags bei Kindeswohlgefährdung.
  • Kontaktanbahnung zu neuen Partnerinnen und Partnern sowie Kontaktpflege zu bestehenden Partnerinnen und Partnern.
  • Initiierung und Moderation interdisziplinärer Arbeitsgruppen (AG häusliche Gewalt mit Minderjährigen, AG einheitliche Unterlagen).
2. Die Förderung der Forschung und
Qualitätsentwicklung im Kinderschutz
  • Sichtung, Bewertung und Bereitstellung des aktuellen Forschungsstands und der “best practice” in ausgewählten Handlungsfeldern des Kinderschutzes.
  • Organisation des und Beteiligung am interdisziplinären Fachaustausch im Kinderschutznetzwerk.
  • Anregung, Umsetzung und Weiterentwicklung fachlicher Innovationen in Zusammenarbeit mit den Facheinrichtungen.
3. Die Förderung der Qualifizierung
und Weiterbildung im Kinderschutz
  • Entwicklung, Organisation und ggf. Durchführung von Aus- und Weiterbildungen sowie Fachveranstaltungen.
  • Unterstützung von ehrenamtlich Tätigen und jenen Berufsgruppen, die mit Kindern, Jugendlichen und Familien befasst sind, in allen Fragen des Kinderschutzes.
4. Die Förderung einer fundierten Öffentlichkeitsarbeit
und des Informationsmanagements im Kinderschutz
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Themen Kinderschutz und Kindeswohl.
  • Öffentlichkeitsarbeit für das Netzwerk.
  • Bereitstellung von Informationen, Entwicklung von Medien und Materialien für NetzwerkpartnerInnen z.B. Kinderschutzmappe für vorschulische Betreuungs- und Bildungseinrichtungen.